|
© 2005 | dr. paul sietzen |
impressum | kontakt | sitemap | büchertipps | links |
Hämorrhoiden ...
Das Tabu-Thema HämorrhoidenFür den mit Hämorrhoiden beschäftigten Arzt ist es immer wieder erstaunlich, wie groß die Scheu der Leute ist, über Beschwerden ihrer Haemorrhoiden zu sprechen oder sich gar untersuchen zu lassen. Dieses Hämorrhoiden-Tabu führt dazu, dass viele Patienten nicht nur über Wochen sondern über viele Monate, zum Teil auch über viele Jahre hilflos unter Schmerzen, Juckreiz im Analbereich leiden, unter Umständen sogar eine Blutung nicht rechtzeitig abklären und somit das Risiko eines Darmkrebses in Kauf nehmen. "Haemorrhoiden" sind nicht immer wirklich Haemorrhoiden. Die Untersuchung klärt! Der Schließmuskel und die AnalvenenDamit der Stuhl und die Verdauungsgase nicht unwillkürlich dem Enddarm entweichen, bedarf es eines komplexen Verschlusses: Muskeln verhindern den Austritt von festem Stuhl, ein Venenpolster verhindert den Austritt von Flüssigkeiten und Gasen. Ein Funktionsverlust dieses komplexen Verschlussmechanismus führt zu Inkontinenz. Hämorrhoiden sind ...eine krankhafte und zu Beschwerden führende Erweiterung dieses venösen Schwellkörpers des Enddarmes. Hämorrhoiden entstehen, wenn dieser Schwellkörper beim Stuhlgang nicht nur auseinander, sondern auch in Richtung Darmausgang gepresst wird. Wie entstehen Hämorrhoiden?Der Venenschwellkörper des Enddarmes wird je nach Bedarf mehr oder weniger stark durchblutet: Bei festem Stuhl ohne Flüssigkeit und ohne Gase im Enddarm erkennen die feinen Nervenfasern, dass wenig "Gefahr" droht und der Schwellkörper wird weniger mit arteriellem Blut gespeist, er steht sozusagen nicht unter Hochdruck. Bei Darmgasen oder flüssigem Stuhl arbeitet der Schwellkörper unter "Hochdruck": Um einen ausreichenden Verschluss zu gewährleisten, wird vermehrt arterielles Blut mit hohem Druck in den Schwellkörper gepresst. Um diesen Belastungen standzuhalten, ist der Schwellkörper durch straffe Bindegewebsfasern an die ringförmigen Muskeln fixiert. nach oben ist Verstopfung: Bei chronischer Verstopfung wird
beim übermäßigen Pressen während des Stuhlganges
der Blutdruck im Beckenbereich erhöht, es fließt vermehrt
arterielles Blut in den Schwellkörper. Auf diese Weise werden aus
normalen Schwellkörpern übergroße ballonartige Pölster
(Hämorrhoiden),die bei der Stuhlentleerung Richtung Darmausgang
gepresst werden können. Andererseits führt der Missbrauch
von Abführmitteln zu einem immer wieder zu flüssigen
Stuhl, der vom Körper nur durch ein vermehrtes Anschwellen der
Venenpölster aufgehalten werden kann. Das heißt, dass sowohl
Verstopfung wie auch der übermäßige Gebrauch von Abführmitteln
das Hämorrhoidenleiden begünstigt. Eine ausgeglichene Ernährung
mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr führt zu einem geformten,
nicht zu festen Stuhl. Die Stadien der HämorrhoidenHämorrhoiden I. Grades:sind eine geringgradige Vergrößerung des Schwellkörpers, die dem Patienten keine Beschwerden verursachen. Da die Schleimhaut aber schon ausgedünnt sein kann, kann es gelegentlich zu hellroten Blutauflagerungen kommen. Hämorrhoiden II. Grades: sind bereits soweit ausgeweitet, dass sie sich unter dem Druck der Bauchpresse beim Absetzten des Stuhles nach außen stülpen, allerdings sich von selber spontan wieder zurückziehen. Hämorrhoiden III. Grades: sind so weit ausgedehnt, dass sie sich nach dem Stuhlgang nicht mehr selber in den Enddarm zurückziehen. Sie können allerdings mit dem Finger zurückgeschoben werden. Hämorrhoiden IV. Grades: können nicht mehr in den Enddarm zurückgeschoben werden. |
Der normale After: Muskeln (rot) und Venenpölster (blau)
Hämorrhoiden 1. Grades
Hämorrhoiden 2. Grades
Hämorrhoiden 3. Grades
Hämorrhoiden 4. Grades |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
|
![]() |
||